Lesestoff für den Wind – neue Tanzaku für meine Furin

Im Winter hat sich gezeigt, dass meine bisherigen Tanzaku keine dauerhafte Lösung waren. Die alten Streifen bestanden aus Papier, waren zwar laminiert, haben sich durch Kälte, Feuchtigkeit und Witterung am Ende aber trotzdem aufgelöst.

Also musste Ersatz her.

Diesmal wollte ich etwas bauen, das haltbarer ist und zugleich besser zu meinem Gartenhaus und zur ruhigen Stimmung des Gartens passt. Meine Wahl fiel auf Bambusholzstreifen. Sie wirken natürlicher, ehrlicher und fügen sich viel stimmiger in die Umgebung ein als die alten Papierstreifen.

Die neuen Tanzaku habe ich selbst gefertigt:

Ich habe die Schrift mit dem Dremel ausgefräst und die Vertiefungen anschließend mit schwarzer Farbe ausgefüllt. So entsteht ein klarer Kontrast, der auch aus etwas Entfernung gut lesbar bleibt. Gleichzeitig behalten die Streifen eine handwerkliche, zurückhaltende Wirkung – genau so, wie ich es mir gewünscht habe.

Nun hängen sie an den Ecken meines Gartenhauses, an meinen beiden Furin, und geben ihnen wieder Stimme und Bewegung.

Die Namen der beiden Windglocken lauten:

Furin 1: 水音 (mizuoto) – „Klang des Wassers“

Furin 2: 清風 (seifū) – „klare“ beziehungsweise „frische Brise“ 

Gerade diese beiden Namen gefallen mir an diesem Ort besonders gut. Wenn der Wind an den Ecken des Gartenhauses entlangstreicht, bewegen sich die Tanzaku leicht, und der Klang der Furin wird hörbar. Genau dafür sind diese beschrifteten Streifen da: Sie machen den Wind sichtbar und helfen dabei, die Glocken schon bei leichter Luftbewegung anzusprechen. 

Was als notwendiger Ersatz begann, ist am Ende zu einer kleinen, aber sehr passenden Verbesserung geworden. Die neuen Bambus-Tanzaku sind robuster, dauerhafter und wirken zugleich viel stimmiger als ihre Vorgänger.

So hat der Wind jetzt wieder etwas zu lesen.

Jizo im Schnee

Im stillen Winter unseres japanischen Gartens war unser Jizō vollständig im Schnee versunken – wie ein kleiner, geduldiger Wächter unter einer weißen Decke.

Ich habe ihn behutsam freigelegt und dabei an eine schöne japanische Geste gedacht: In vielen Gegenden ist es üblich, Jizō-Figuren im Winter vom Schnee zu befreien – aus Respekt und Fürsorge. Jizō (im Buddhismus der Bodhisattva Kṣitigarbha) gilt als Beschützer von Kindern, Reisenden und Seelen im Übergang. Das Freilegen ist weniger ein Ritual als ein stiller, menschlicher Akt der Achtsamkeit – und genau so hat es sich auch in unserem Garten angefühlt.

Japangarten im Winter

Der erste Winter im Japangarten.

Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Frost habe ich die Gartenpumpe und die Teichpumpe stillgelegt und frostfest eingelagert. Der erste Schnee bedeckt die Laternen. zuerst noch spärlich später dann richtig dick.

Schade war nur, dass die Laternen solarbetrieben sind – und ausgerechnet die Yukimi-dōrō, die Schneebetrachtungslaterne, wegen der fehlenden Sonne gar nicht oder nur kurz geleuchtet hat.

Abhilfe hat hier ein Garten-Beleuchtungsset von Amazon gebracht. In der ersten schneefreien Periode konnte ich es schnell und provisorisch installieren. Wenn sich das bewährt, folgt im Frühjahr die saubere, versteckte Installation.

Das Set bestand aus vier Leuchten und einem Trafo. Zusätzlich habe ich noch zwei Verlängerungen geordert. Die Verbindungskabel werden über Verschraubungen ganz einfach miteinander verbinden. Die Leuchten sind warmweiße LEDs, die man entweder mit Erdspieß einsetzen oder – dank der verschraubbaren Kabel – auch direkt in die Laternen einfädeln kann.

Ich habe damit zwei Laternen sowie die Fächerahorne Firecracker und Orange Dream illuminiert.

Das Ergebnis wirkt sehr stimmig.

Kurz darauf kam wieder eine größere Menge Schnee – und diesmal konnte die Yukimi ganz wunschgemäß leuchten.

Die beiden alten, wasserdichten Beleuchtungen der Laternen mit Solarpanel kann ich nun an anderer Stelle im Garten einsetzen (vielleicht am Tsukubai). Das funktioniert ja ganz ohne Stromanschluss.